Glossar

Berliner Wertung
Diese Methode berücksichtigt, an welchen Brettern eine Mannschaft ihre Partien gewonnen hat. Für einen Sieg am 1. Brett erhält die entsprechende Mannschaft 8 Punkte, am 2. Brett 7 Punkte usw. bis zu einem Punkt am 8. Brett.
Mit dieser Feinwertung kann auch bei Gleichstand nach Brettpunkten ein Sieger eines Mannschaftskampfes (z.B. k.o.-System in einem Pokalwettbewerb) ermittelt werden, sofern nicht alle Partien remis endeten.

Blitzschach
Partien, in denen alle Züge innerhalb einer festgesetzten Zeit von weniger als 15 Minuten (je Spieler) gemacht werden müssen, oder die vorgegebene Zeit zuzüglich der Zeitgutschrift für 60 Züge weniger als 15 Minuten beträgt.

Brettwertung
Die Brettwertung ist die Summe der an den einzelnen Brettern erzielten Punkte.
In Mannschaftswettbewerben wird sie meistens als zweites Kriterium (1. Feinwertung) für die Rangfolge herangezogen, wenn die Mannschaftspunkte einen Gleichstand von zwei oder mehr Mannschaften ergeben.

Buchholz-Wertung
Zur Ermittlung dieser Feinwertung werden die Punkte der Gegner, gegen die ein Spieler gespielt hat, addiert. Oft werden die Punkte der schlechtesten Gegner (1 bis 2) nicht berücksichtigt, um Benachteiligungen durch zurückgetretene Spieler oder extrem ungünstige Auslosungen zu vermeiden.
Diese Wertung wird bei Turnieren nach Schweizer System angewendet.

DSB
Deutscher Schachbund e.V.

DWZ
Deutsche Wertungszahl: Deutsches Wertungssystem für die Spielstärke eines Schachspielers, das den Ratingzahlen der FIDE (ELO-Zahlen) sehr ähnlich ist. Es werden nur Partien mit einer Gesamtbedenkzeit von mindestens 90 Minuten je Spieler und Partie berücksichtigt.

ECU
Europäische Schachunion (European Chess Union).

ELO-Zahl
Untersuchungen von Prof. Arpad Elo führten in den 70'er Jahren dazu, daß die FIDE die Ratingzahlen als Wertungssystem einsetzte, weshalb sie auch als "Elo-Zahlen" bezeichnet werden.

Feinwertung
Wie in anderen Sportarten gibt es auch im Schach Kriterien, nach denen bei Punktgleichheit die Reihenfolge der Teilnehmer ermittelt wird (Brettwertung, Berliner Wertung, Buchholzwertung, Sonneborn-Berger).
Um aktives, kämpferisches Spiel zu belohnen, wird dafür auch die Anzahl der Siege genutzt.

FIDE
Internationaler Schachverband (Fédération Internationale des Échecs).

K.o.-System
Turnierform, bei der in jeder Begegnung ein Sieger ermittelt wird (nach einem Remis durch Stichkämpfe im Schnellschach bzw. Blitzschach (In Mannschaftskämpfen kommt bei Punktgleichheit als Entscheidungskriterium oft die Berliner Wertung zur Anwendung.)).
Das K.o.-System ist für große Teilnehmerzahlen geeignet, da in nur n Runden unter 2n Teilnehmern ein Sieger ermittelt werden kann. Allerdings bedeutet bereits eine einmalige Niederlage das Ausscheiden aus dem Turnier.

Mannschaftspunkte
Mannschaften erhalten für einen Sieg 2 Punkte, für ein Unentschieden 1 Punkt und bei einer Niederlage 0 Punkte.
Für die Bestimmung des Mannschaftsergebnisses können zwei verschiedene Methoden benutzt werden. Der Unterschied ist nur von Bedeutung, wenn an mindestens einem Brett beide Mannschaften keinen Spieler aufstellen, weshalb an diesem Brett keine Mannschaft einen Brettpunkt erhält. Die folgenden Beispiele beziehen sich auf nominell 8 Bretter je Mannschaft, von denen eins von beiden Mannschaften unbesetzt bleibt.
 
Variante 1: Nominelle Brettanzahl
Zwei Mannschaftspunkte erhält die Mannschaft, die mehr als 50% der nominellen Brettpunkte erreicht. Einen Mannschaftspunkt bekommt, wer 50% der nominellen Brettpunkte erreicht.
Basis: 8 Bretter
4,5:2,5 Brettpunkte - 2:0 Mannschaftspunkte
4,0:3,0 Brettpunkte - 1:0 Mannschaftspunkte (!)
3,5:3,5 Brettpunkte - 0:0 Mannschaftspunkte (!)
 
Variante 2: Anzahl der (von mindestens einer Mannschaft) besetzten Bretter
Zwei Mannschaftspunkte erhält die Mannschaft, die mehr Brettpunkte als die gegnerische Mannschaft erreicht. Beide Mannschaften erhalten einen Mannschaftspunkt, wenn sich nach Brettpunkten Gleichstand ergibt.
Basis: 7 Bretter
4,5:2,5 Brettpunkte - 2:0 Mannschaftspunkte
4,0:3,0 Brettpunkte - 2:0 Mannschaftspunkte
3,5:3,5 Brettpunkte - 1:1 Mannschaftspunkte

Ratingzahl
Die Ratingzahlen (DWZ, ELO-Zahl) sind ein Gradmesser für die Spielstärke von Schachspielern. Mathematischer Hintergrund ist die Normalverteilung (Gauß'sche Glockenkurve) für die Gewinnerwartung in einer Partie.

Rundenturnier
Turnierform, bei der jeder Teilnehmer einmal gegen jeden anderen spielt (bei Doppelrunden jeweils einmal mit Weiß und Schwarz). Bei n Teilnehmern muss jeder n-1 Runden spielen.
Es ist deshalb nur für kleine Teilnehmerzahlen geeignet. Aufgrund eines fest definierten Paarungsschemas steht nach der Vergabe der Startnummern sofort der Spielplan für alle Runden und Begegnungen fest. Daraus ergibt sich eine hohe Alltagstauglichkeit, da problemlos Begegnungen vorgezogen oder nachgeholt werden können.

Schnellschach
Partien, in denen alle Züge innerhalb einer festgesetzten Zeit zwischen 15 und 60 Minuten gemacht werden müssen, oder die vorgegebene Zeit zuzüglich der Zeitgutschrift für 60 Züge zwischen 15 und 60 Minuten beträt.

Schweizer System
Turnierform, die bei großen Teilnehmerfeldern angewendet wird, da bei diesem System nicht jeder gegen jeden spielen muss. Um die Paarungen einer Runde festzulegen, wird vor der ersten Runde die Startrangliste, danach die aktuelle Tabelle nach der vorigen Runde als Grundlage angewendet. Es treffen immer möglichst Spieler aufeinander, die gleich viele Punkte aufweisen (aber ohne dass zwei Spieler mehrmals gegeneinander spielen). Außerdem wird berücksichtigt, dass möglichst jeder Spieler eine ausgewogene Anzahl an Partien mit Weiß und Schwarz bestreitet.
Um einen eindeutigen Sieger zu ermitteln, benötigt man nach dem Schweizer System i. A. genau so viele Runden wie im K.o.-System. Im Gegensatz zum K.-o.-System verbleiben die Teilnehmer auch nach einer Niederlage in dem Turnier.

Simultanwettkampf
Ein Spieler trägt gleichzeitig Partien gegen mehrere Gegner aus. Dies ist eine beliebte Form, um bei besonderen Veranstaltungen möglichst vielen Spielern die Gelegenheit zu geben, ihre Kräfte einmal mit einem spielstarken und prominenten Gast zu messen.

Sonneborn-Berger
Zur Ermittlung dieser Feinwertung werden die Punkte der Gegner, gegen die ein Spieler gewonnen hat, sowie die Hälfte der Punkte der Gegner, gegen die der Spieler ein Remis erzielt hat, addiert.
Diese Wertung wird bei Rundenturnieren angewendet.

Titel
Die FIDE verleiht nach Erreichen entsprechender Normen folgende Titel: (W)FM - (weiblicher) FIDE-Meister, (W)IM - (weiblicher) Internationaler Meister, (W)GM - (weiblicher) Großmeister.