Kapitel III Lasker 1894-1921

Emanuel Lasker Emanuel Lasker

Emanuel Lasker war der jüngste Sohn des jüdischen Kantors Adolf Lasker und dessen Ehefrau Rosalie Israelssohn. Als Zwölfjähriger lernte er von seinem Bruder das Schachspiel, das ihn allerdings nach Auffassung seiner Eltern zu sehr von seinen Schulpflichten abhielt.

 

1889 begann Lasker, Mathematik in Berlin zu studieren, doch schon ein Jahr darauf wechselte er nach Göttingen. Noch im selben Jahr begann seine internationale Schachkarriere mit dem Sieg im Hauptturnier von Breslau. 1891 entschloss er sich, sein Studium zu unterbrechen und als Berufsspieler nach London zu gehen. Dort feierte er eine Vielzahl von Erfolgen in Turnieren und Wettkämpfen, unter anderem besiegte er Joseph Henry Blackburne mit 8:2 (+6, −0, =4). Von 1892 bis 1893 gab er eine Schachzeitung, den London Chess Fortnightly, heraus. 1893 folgte er dem Weltmeister Wilhelm Steinitz über den Atlantik und nahm seinen neuen Wohnsitz in New York City. Auch dort gelang es ihm, großen Eindruck auf das schachinteressierte Publikum zu machen. Nach weiteren Erfolgen in Wettkämpfen und Turniersiegen Laskers in der neuen Welt fanden sich einige Geldgeber in den USA und Kanada, um einen Weltmeisterschaftskampf mit Wilhelm Steinitz zu veranstalten.

Lasker - Steinitz 1894 Lasker - Steinitz 1894

Vom 15. März bis zum 26. Mai 1894 fand das Match statt. Mit 10 Siegen bei 5 Niederlagen und 4 Unentschieden wurde Lasker überlegen der zweite offizielle Schachweltmeister. Er spielte in dem Match nicht besonders spektakulär, nutzte aber die Schwächen seines Gegners, der den Zenit seiner Karriere bereits überschritten hatte, sehr effizient aus.

Im Jahr 1908 verteidigte Lasker seinen Titel gegen den deutschen Siegbert Tarrasch. Dies bot der Bremer SG Gelegenheit, sich in die Schachgeschichte einzubringen. Es war seinerzeit schwierig, genug Geld aufzutreiben, um Laskers Forderungen zu erfüllen. Die Schachvereine von Düsseldorf und München teilten sich die Ausrichtung. Sie brauchten allerdings zahlreiche Geldgeber. In der langen Liste der Spender findet sich auch die Bremer SG (s. Turnierbuch sowie Martin Prange in Schach-Info Nr. 10 aus 12/1996). Endergebnis: 10,5:5,5 (+8-3=5)

 

Lasker war insgesamt 27 Jahre von 1894 bis 1921 Weltmeister und ist bis heute der einzige deutsche Titelträger! Seine überragende Stellung in der Schachwelt jener Zeit ist unbestritten. Allerdings war seine Weltmeisterschaft auch dadurch geprägt, dass er Zweikämpfen ungewissen Ausganges durch das Aufstellen nur schwer zu erfüllender Bedingungen aus dem Weg zu gehen wusste. So kam es nicht zu einem von der Schachwelt gewünschten Wettkampf mit dem polnischen Meister Akiba Rubinstein. Das Kräftemessen mit José Raúl Capablanca fand erst 1921 statt...